Das US-amerikanische Chief Learning Officer Magazine hat seiner Online-Ausgabe fünf alternative Lerntrends für das Jahr 2009 identifiziert. Dabei stehen die Trends vor allem dieses Jahr unter dem Aspekt der Kosteneinsparungspotentiale – das dürfte für die wenigsten auch hierzulande überraschend sein.

1. Trend: Mobile Learning
Microsoft macht es vor und reduziert die Kosten der internen Sales-Akademie, indem Interviews mit Produktexperten und Top Sales Managern per Podcasts mobil an die Mitarbeiter versendet werden. Im Ergebnis erhalten die Teilnehmer monatliche “On-Demand” und “on-the-go” Audio-Briefings.

2. Trend: Do-it-Yourself (DIY) learning:
Menschen lernen nicht nur in Trainings, sondern immer. Insofern sollten Mitarbeiter fortwährend “on the job” lernen und Ihnen im optimalfall die besten verfügbaren Experten zur Verfügung stehen. Egal wo die sich auf der Welt befinden. Intel Corp. vermelden dazu, dort wird bereits in globalen virtuellen Teams gearbeitet. Lernende müssten jederzeit und sofort zu an den besten Content gelangen, dabei spielt es keine Rolle ob dieser von Experten stammt die auf der anderen Seite der Weltkugel zu Hause sind.
Trainings können nicht mehr der einzige Weg sein wie Lernende an “Wissen” gelangen. Intel Corp. setzt dabei auf Mitarbeiter-Blogs, interne Wikis (Intelpedia), Social Networks sowie die Möglichkeit zur gemeinsamen Verschlagwortung von Inhalten im Unternehmen.

3. Trend: Flexible Lernumgebungen
Karie Willyerd, CLO (Chief Learning Officer) der Sun Microsystems glaubt das die Veränderung der Lernplattformen der Generation 1.0 hin zu Plattformen der Generation 2.0 voranschreiten wird. Die Möglichkeiten diese Lernplattform mehr an die eigenen Bedürfnisse der Lernenden anzupassen ist ja gerade unter dem Begriff Pesonal Learning Environments in aller Munde. Dabei geht es aber auch um die kulturelle Veränderung bei der die Lernplattformen von geschlossenen Lernräumen zu offenen “proaktiven” Lernumgebungen zu werden, bei dem Lerner seinen Content selbst zusammenstellen kann.

4. Trend: Virtuelle Welten
Real-Life-Lösungen sind für viele Trainingsinhalte einetzbar und manchmal näher am Unternehmensgeschehen als klassische kostspielige Classroom-Trainings. So werden in Second Life bereits sehr erfolgreich Krankenschwester-Trainigs durchgeführt, bei dem bspw. Blutdruckmessungen und Medikamentengabe realistisch durchgeführt werden können – so Chuck Hamilton vom IGM Green Data Center.

5. Trend: Spiele und Simulationen
In realistischen, interaktiven Spiel- und Lernwelten lassen sich auch sehr komplexe Themen alltagsnah abbilden. Gerade junge Mitarbeiter, die sich ohnehin in ihrer Freizeit eher in virtuellen “Spiel-”welten tummeln, lassen sich spielerisch und nachhaltig für neue Themen begeistern. Accenture hat beispielsweise eine computerbasierte business Simulation im Einsatz die Senior Manager dazu verhelfen Erfahrung zu sammeln Dabei müssen die Teilnehmer Teams bilden, die in der zweineinhalbtägigen Spielesimulation gegeneinander antreten müssen. Jedes Team ist verantwortlich für ein Unternehmensziel und entsprechende finanzielle Performance über einen Zeitraum von mehreren Jahren.

Was ist Ihre Meinung zu den oben genannten Trends? Die Finanzkrise zum Anlass zu nehmen Budgets einzufrieren scheint einfach. Die Krise kann aber auch eine Chance sein, bisher eher angestaubte Qualifizierungsmaßnahmen an die Bedürfnisse einer dynamisierten und globalisierten Arbeitswelt anzupassen. Mehr Transfer in kürzerer Zeit, wer kann dieses Versprechen halten?